Windows 11 Kompatibilität prüfen: So testen Sie die PCs im Betrieb

Bildschirm mit Prüfliste und Häkchen, daneben ein Chip mit Schutzschild und ein Laptop als Sinnbild für die Prüfung der Windows-11-Kompatibilität

Ob ein PC Windows 11 schafft, zeigt die kostenlose App „PC-Integritätsprüfung“ von Microsoft in wenigen Minuten. Entscheidend sind ein unterstützter 64-Bit-Prozessor, mindestens 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz, UEFI mit sicherem Start und ein TPM 2.0. Wer die Windows 11 Kompatibilität aller Geräte im Betrieb prüft, weiß danach, welche PCs umsteigen können und welche ersetzt werden sollten.

Der Support für Windows 10 ist seit dem 14. Oktober 2025 beendet. Unternehmen können für Windows 10 noch kostenpflichtige Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, kurz ESU) kaufen, das erste ESU-Jahr ist am 13. Oktober 2026 ausgelaufen. Spätestens jetzt lohnt sich der Blick auf jeden einzelnen Rechner im Büro, in der Kanzlei oder in der Praxis. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie die Prüfung selbst durchführen, was die Ergebnisse bedeuten und wie Sie den Umstieg planen. Stand: November 2026.

Windows 11 Systemanforderungen: Was braucht ein PC?

Microsoft nennt auf der Seite Windows 11-Spezifikationen diese Mindestanforderungen:

Bauteil Mindestanforderung laut Microsoft Woran es in der Praxis scheitert
Prozessor 1 GHz oder schneller, mindestens 2 Kerne, kompatibler 64-Bit-Prozessor ältere Prozessoren stehen nicht auf der Liste der unterstützten Modelle
Arbeitsspeicher 4 GB im Alltag mit mehreren Programmen eher knapp
Speicher 64 GB oder mehr selten ein Problem, eher zu wenig freier Platz für das Upgrade
Systemfirmware UEFI, sicherer Start (Secure Boot) aktiviert Secure Boot ist ausgeschaltet oder der PC startet noch im alten BIOS-Modus
TPM Trusted Platform Module Version 2.0 der Sicherheitschip ist vorhanden, aber in der Firmware deaktiviert
Grafik und Bildschirm DirectX 12 mit WDDM-2.0-Treiber, Bildschirm ab 9 Zoll mit 720p bei Büro-PCs selten ein Problem

Das TPM ist ein Sicherheitsbaustein auf der Hauptplatine oder im Prozessor. Windows 11 nutzt ihn unter anderem für die Verschlüsselung und die Anmeldung. Secure Boot sorgt dafür, dass beim Start nur vertrauenswürdige Software geladen wird.

Wie prüfe ich die Windows 11 Kompatibilität eines PCs?

Für einen einzelnen Rechner reichen drei Schritte:

  1. PC-Integritätsprüfung ausführen: Die kostenlose App PC-Integritätsprüfung von Microsoft läuft unter Windows 10 und prüft Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicher, TPM und sicheren Start auf einmal. Grafikkarte und Bildschirm prüft sie nicht, das ist bei Büro-PCs aber selten ein Thema.
  2. TPM selbst nachsehen: Mit der Tastenkombination Windows-Taste und R öffnen Sie das Ausführen-Fenster, geben „tpm.msc“ ein und bestätigen. Unter den Herstellerinformationen sollte als Spezifikationsversion 2.0 stehen. Erscheint die Meldung, dass kein kompatibles TPM gefunden wurde, ist der Baustein möglicherweise nur ausgeschaltet. Alternativ zeigt die Windows-Sicherheit unter „Gerätesicherheit“ den Sicherheitschip an.
  3. Ergebnis notieren: Schreiben Sie für jedes Gerät auf, ob es kompatibel ist und woran es gegebenenfalls scheitert. Das ist die Grundlage für die Planung.

In einem Betrieb mit vielen Arbeitsplätzen ist es einfacher, wenn der IT-Dienstleister die Daten zentral ausliest, statt jeden Rechner einzeln zu prüfen.

Was tun, wenn die Prüfung „nicht kompatibel“ meldet?

Die Meldung heißt nicht automatisch, dass der PC ausgetauscht werden muss. Es kommt darauf an, woran es scheitert:

  • TPM oder Secure Boot ausgeschaltet: Laut Microsoft-Support können die meisten PCs, die in den letzten fünf Jahren ausgeliefert wurden, TPM 2.0 nutzen. Manchmal ist es aber nicht eingeschaltet. TPM 2.0 aktivieren lässt sich in der UEFI-Firmware, je nach Hersteller unter Namen wie Intel PTT oder AMD fTPM. Lassen Sie das von jemandem erledigen, der sich mit der Firmware auskennt, denn falsche Einstellungen können den Start des Rechners verhindern.
  • Prozessor nicht unterstützt: Hier hilft keine Einstellung. Der PC kann bis zum Austausch mit ESU weiterlaufen, sollte aber fest für einen Ersatz eingeplant werden.
  • Zu wenig Arbeitsspeicher oder Speicherplatz: Manchmal genügt eine Aufrüstung. Ob sie sich bei einem älteren Gerät noch lohnt, ist eine Rechenfrage.

Von Anleitungen, mit denen sich die Anforderungen umgehen lassen, rät Microsoft ab. Auf nicht unterstützten Geräten ist laut Microsoft nicht garantiert, dass sie Updates erhalten, auch keine Sicherheitsupdates. Schäden durch fehlende Kompatibilität fallen nicht unter die Herstellergarantie. Für Firmenrechner mit Kundendaten ist das keine Option.

Fachsoftware, Drucker und Zubehör: Was gehört zur Prüfung dazu?

Ein kompatibler PC allein reicht nicht. Entscheidend ist, dass die Programme und Geräte, mit denen Sie täglich arbeiten, unter Windows 11 laufen. Fragen Sie deshalb vor dem Umstieg nach:

  • Fachsoftware: Kanzleien prüfen die Systemvoraussetzungen ihrer DATEV-Programme, Arztpraxen fragen beim Hersteller ihres Praxisverwaltungssystems nach, Handwerksbetriebe bei ihrer Branchensoftware oder Warenwirtschaft.
  • Drucker, Scanner und Kartenlesegeräte: Gibt es aktuelle Treiber für Windows 11?
  • Zugänge und Lizenzen: Sind Lizenzschlüssel, Anmeldedaten und Einstellungen dokumentiert, damit nach dem Wechsel alles wieder läuft?
  • Datensicherung: Ist vor dem Umstieg eine aktuelle Sicherung vorhanden?

Welche Anforderungen in Ihrer Branche dazukommen, lesen Sie auf unseren Seiten IT für Steuerberater und Kanzleien und IT für Arztpraxen. Wie Sie Ihre Daten zuverlässig sichern, zeigt der Ratgeber Datensicherung im Unternehmen.

Umsteigen, ersetzen oder ESU verlängern: Was ist sinnvoll?

Für PCs, die noch nicht umsteigen können, bietet Microsoft Unternehmen das ESU-Programm an. Laut Microsoft Learn kostet es im ersten Jahr 61 US-Dollar je Gerät, der Preis verdoppelt sich in jedem Folgejahr, höchstens drei Jahre lang. Wer später einsteigt, zahlt die zurückliegenden Jahre nach. ESU ist damit eine Überbrückung, keine Dauerlösung. Mehr zu den Stichtagen lesen Sie in unserem Beitrag Windows 10 und Office 2021: Was sich am 13. Oktober geändert hat.

Eine einfache Faustregel für die Geräteliste:

  • kompatibel: geplant auf Windows 11 umstellen, am besten außerhalb von Stoßzeiten,
  • nur TPM oder Secure Boot aus: Einstellung korrigieren lassen, dann umstellen,
  • Prozessor nicht unterstützt: Ersatz einplanen, bis dahin mit ESU absichern.

Denken Sie auch an den Server: Läuft im Betrieb noch Windows Server 2016, endet dessen erweiterter Support am 12. Januar 2027. Statt eine neue Maschine zu kaufen, können Sie einen Server im okm-Rechenzentrum mieten, der gewartet und gesichert wird. Was die Begleitung durch einen Dienstleister kostet und wie abgerechnet wird, erklärt das Kapitel Was kostet IT-Betreuung? in unserem Leitfaden.

So begleitet okm den Umstieg auf Windows 11

Im Rahmen der IT-Betreuung zum monatlichen Festpreis plant, installiert und betreut okm Server und Arbeitsplatzsysteme, abgestimmt auf Ihre Anforderungen. Mit einem Wartungsvertrag laufen Updates, Überwachung und Datensicherung im Hintergrund, und bei Fragen hilft ein Techniker per Fernwartung oder vor Ort, mehr dazu unter IT-Service vor Ort und per Fernwartung. Wer zuerst wissen möchte, wo die eigene IT steht, beginnt mit der IT-Infrastruktur-Analyse.

Die okm Bürosysteme GmbH ist seit 1990 IT-Systemhaus in Magdeburg und betreut Kanzleien, Arztpraxen, Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen in Sachsen-Anhalt und in der Region Braunschweig-Wolfsburg. Mehr über uns lesen Sie unter Über okm.

Was bedeutet das für Sie?

  • Prüfen Sie jeden Windows-10-Rechner im Betrieb mit der PC-Integritätsprüfung und notieren Sie das Ergebnis.
  • Klären Sie mit den Herstellern Ihrer Fachsoftware und Ihrer Drucker, ob alles unter Windows 11 läuft.
  • Legen Sie fest, welche Geräte umgestellt, welche ersetzt und welche bis dahin per ESU abgesichert werden.
  • Planen Sie den Umstieg gestaffelt, damit der Betrieb weiterläuft, und sichern Sie vorher Ihre Daten.

Gern prüfen wir Ihre Geräte gemeinsam mit Ihnen und planen den Wechsel so, dass Ihr Alltag weiterläuft. Sprechen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch an.

Häufige Fragen zur Windows 11 Kompatibilität

Wie finde ich heraus, ob mein PC Windows 11 kann?

Am einfachsten mit der kostenlosen App PC-Integritätsprüfung von Microsoft. Sie prüft Prozessor, Arbeitsspeicher, Speicher, TPM 2.0 und sicheren Start und zeigt, woran es gegebenenfalls scheitert.

Was mache ich, wenn TPM 2.0 fehlt?

Oft ist der Baustein vorhanden, aber in der UEFI-Firmware ausgeschaltet. Dann lässt er sich aktivieren. Fehlt er wirklich oder ist der Prozessor nicht unterstützt, sollte der PC ersetzt werden.

Kann ich Windows 11 auf einem nicht unterstützten PC installieren?

Technisch gibt es Wege, Microsoft rät aber davon ab: Updates sind auf solchen Geräten nicht garantiert, auch keine Sicherheitsupdates. Für Firmenrechner ist das nicht zu empfehlen.

Wie lange kann ich Windows 10 im Betrieb noch nutzen?

Mit kostenpflichtigen Extended Security Updates erhalten Unternehmen bis zu drei Jahre nach dem Supportende Sicherheitsupdates, der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Ohne ESU bekommt Windows 10 keine Sicherheitsupdates mehr.

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