Eine Private Cloud ist eine Cloud-Umgebung, die ausschließlich Ihr Betrieb nutzt - auf eigenen Servern im Haus oder im Rechenzentrum eines Dienstleisters mit Rundum-Betreuung, wie bei der okm Bürosysteme GmbH. Anders als bei der Public Cloud teilen Sie die Infrastruktur nicht mit anderen Kunden. Für Kanzleien und kleine Unternehmen mit vertraulichen Daten ist diese betreute Variante oft der sinnvolle Mittelweg zwischen eigenem Serverraum und großer Public Cloud.
Was ist eine Private Cloud?
„Cloud" heißt zunächst nur: Programme, Daten und Rechenleistung kommen nicht vom einzelnen PC, sondern von Servern, auf die Sie über eine Netzverbindung zugreifen. Die Bereitstellungsmodelle unterscheiden, wem diese Server dienen. Die US-Standardisierungsbehörde NIST beschreibt die Private Cloud in ihrer bis heute gebräuchlichen Begriffsbestimmung (SP 800-145) so: Die Cloud-Infrastruktur wird für die ausschließliche Nutzung durch eine einzelne Organisation bereitgestellt. Sie kann der Organisation selbst oder einem Dienstleister gehören, von ihm betrieben werden und im eigenen Haus oder außerhalb stehen.
Eine Private Cloud ist also keine bestimmte Technik, sondern eine Frage der Abgrenzung: Entscheidend ist, dass die Umgebung Ihrem Betrieb allein zur Verfügung steht. In der Praxis gibt es zwei typische Formen:
- Private Cloud im eigenen Haus (On-Premises): Server, Speicher und Netzwerk stehen in Ihren Räumen. Ihre eigene IT oder Ihr Dienstleister betreibt sie.
- Gehostete Private Cloud: Die Umgebung läuft im Rechenzentrum eines Dienstleisters, ist aber für Ihren Betrieb eingerichtet und von anderen Kunden getrennt. Betrieb, Wartung und Updates übernimmt der Anbieter.
Private Cloud vs. Public Cloud: Wo liegt der Unterschied?
Bei der Public Cloud stellt ein Anbieter dieselbe Infrastruktur sehr vielen Kunden gleichzeitig zur Verfügung - die Kunden sind nur logisch voneinander getrennt. Dazu gehören die großen Rechenzentrumsdienste ebenso wie fertige Online-Programme, die Sie im Browser nutzen. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
| Merkmal | Private Cloud | Public Cloud |
|---|---|---|
| Wer nutzt die Infrastruktur? | nur Ihr Betrieb | viele Kunden gemeinsam |
| Wo liegen die Daten? | im eigenen Haus oder in einem festgelegten Rechenzentrum | in den Rechenzentren des Anbieters, Region oft wählbar |
| Anpassung | auf Ihre Programme und Abläufe zugeschnitten | Standardangebote im Rahmen des Anbieters |
| Ansprechpartner | fester Betreuer, oft aus der Region | Support des Anbieters, meist über Portal oder Hotline |
| Kosten | planbare Monatsgebühr (gehostet) oder Investition (im Haus) | nutzungsabhängig, oft pro Nutzer und Monat |
| Einstieg | Planung und Einrichtung nötig | meist sofort buchbar |
Daneben gibt es die Hybrid Cloud: Ein Betrieb kombiniert beide Modelle, etwa die Fachsoftware in der Private Cloud und Videokonferenzen aus der Public Cloud. In vielen Büros ist das längst Alltag.
Wie verbreitet ist die Private Cloud in Deutschland?
Laut dem Cloud Report 2026 des Digitalverbands Bitkom (Juni 2026, 603 befragte Unternehmen ab 20 Beschäftigten) nutzen 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing. 64 Prozent setzen eine Private Cloud ein, 53 Prozent eine Public Cloud - viele nutzen beides. Als wichtigstes Kriterium bei der Anbieterwahl nennen 95 Prozent das Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance, 57 Prozent achten auf den Standort der Rechenzentren. Zugleich halten 85 Prozent Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern (Stand: Oktober 2026).
Welche Vorteile hat eine Private Cloud?
- Kontrolle über den Datenstandort: Sie wissen, in welchem Rechenzentrum Ihre Daten liegen - bei einer gehosteten Lösung idealerweise in Deutschland.
- Passend für Fachsoftware: Auch Programme, die es nicht als fertiges Online-Programm gibt, laufen in einer Private Cloud wie auf einem eigenen Server.
- Ortsunabhängiges Arbeiten: Ihre Mitarbeiter greifen im Büro, im Homeoffice oder unterwegs über eine gesicherte Verbindung zu.
- Planbare Kosten: Bei der gehosteten Variante zahlen Sie eine monatliche Gebühr statt Serverkauf, Serverraum und Klimatisierung.
- Fester Ansprechpartner: Bei einem regionalen Anbieter kennt jemand Ihre Umgebung und ist erreichbar, wenn etwas nicht funktioniert.
Welche Nachteile und Grenzen hat eine Private Cloud?
- Selbst betrieben ist sie aufwendig: Wer die Private Cloud im eigenen Haus aufbaut, trägt Anschaffung, Raum, Strom, Datensicherung und Pflege - wie beim eigenen Server.
- Ohne gute Leitung geht es nicht: Bei der gehosteten Variante hängt die Arbeitsgeschwindigkeit an der Internetanbindung Ihres Büros.
- Bindung an den Anbieter: Im Bitkom Cloud Report 2026 nennen 59 Prozent der befragten Unternehmen sogenannte Lock-in-Effekte als größtes Hindernis für einen Anbieterwechsel. Klären Sie deshalb vorab, wie Sie Ihre Daten bei Vertragsende zurückbekommen.
- Weniger Fertigdienste: Einzelne Standarddienste wie Videokonferenzen sind aus der Public Cloud oft schneller eingerichtet.
Private Cloud im eigenen Haus oder beim Dienstleister?
Für die meisten kleinen Betriebe ohne eigene IT-Abteilung ist die Antwort klar: Eine Private Cloud im eigenen Haus bringt alle Pflichten eines eigenen Serverraums mit sich. Wer niemanden hat, der sich hauptberuflich um Updates, Überwachung und Datensicherung kümmert, ist mit einer gehosteten Lösung meist besser bedient. Die Abwägung im Detail zeigt unser Ratgeber Server mieten oder kaufen?.
Eine Möglichkeit ist, einen Server im Rechenzentrum eines regionalen IT-Dienstleisters zu mieten: Ihre Programme und Daten laufen dort, der Dienstleister übernimmt Betrieb, Wartung und Updates, und Sie zahlen eine planbare monatliche Gebühr. Achten Sie darauf, dass Datensicherung, Überwachung und Support im Vertrag klar geregelt sind - warum die Datensicherung dabei so wichtig ist, lesen Sie in unserem Ratgeber Datensicherung im Unternehmen.
Private Cloud für Kanzleien: Was ist zu beachten?
Steuerberater und Rechtsanwälte unterliegen der beruflichen Verschwiegenheit. Sie dürfen Dienstleistern trotzdem Zugang zu Mandantendaten geben, soweit das für die Dienstleistung erforderlich ist. § 62a Steuerberatungsgesetz verlangt dafür unter anderem, den Dienstleister sorgfältig auszuwählen und ihn in einem Vertrag in Textform zur Verschwiegenheit zu verpflichten. Für Rechtsanwälte enthält § 43e Bundesrechtsanwaltsordnung eine vergleichbare Regelung. Hinzu kommt nach Art. 28 DSGVO ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Ob die Vorgaben im Einzelfall erfüllt sind, klären Sie mit Ihrer Kammer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten - dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Technisch entscheidet bei Kanzleien vor allem die Fachsoftware. Klären Sie vorab mit dem Hersteller Ihrer Kanzleisoftware, ob und wie der Betrieb im Rechenzentrum unterstützt wird, und legen Sie den Umzug in eine ruhige Zeit außerhalb der Hauptsaison. Was Kanzleien von ihrer IT erwarten, lesen Sie auf unserer Seite IT für Steuerberater und Kanzleien; wie wir Ihre Kanzleisoftware betreuen, zeigt die DATEV-Betreuung von okm.
Ähnliches gilt für Arztpraxen: Patientendaten stehen unter besonderem Schutz, und die Praxissoftware muss auch dann laufen, wenn das Wartezimmer voll ist. Mehr dazu unter IT für Arztpraxen.
Checkliste: Woran Sie einen guten Private-Cloud-Anbieter erkennen
- Steht das Rechenzentrum in Deutschland, und ist das vertraglich zugesichert?
- Ist Ihre Umgebung von anderen Kunden getrennt eingerichtet?
- Sind Datensicherung, Überwachung und Updates im Preis enthalten - und wie oft wird gesichert?
- Gibt es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und, für Berufsgeheimnisträger, eine Verschwiegenheitsverpflichtung?
- Wer ist Ihr Ansprechpartner, und wie schnell ist er bei Störungen erreichbar - auch vor Ort?
- Wie bekommen Sie Ihre Daten bei Vertragsende zurück, und in welchem Format?
- Reicht die Internetanbindung Ihres Büros, und gibt es eine Ausweichlösung bei einem Ausfall?
okm ist seit 1990 IT-Systemhaus in Magdeburg und betreut Kanzleien, Arztpraxen und mittelständische Unternehmen in Sachsen-Anhalt und der Region Braunschweig-Wolfsburg. Unser Technikerteam übernimmt Wartung, Reparaturen und Updates, Server betreiben wir im eigenen okm-Rechenzentrum in Deutschland. Mehr über uns lesen Sie unter Über okm.
Sie überlegen, Ihren Server in eine Private Cloud zu verlagern? Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in Ruhe, welche Lösung zu Ihren Programmen und Ihrem Betrieb passt.
Was bedeutet das für Sie?
Eine Private Cloud lohnt sich vor allem, wenn Sie mit vertraulichen Daten arbeiten, Fachsoftware nutzen, die es nicht als fertiges Online-Programm gibt, und keine eigene IT-Abteilung haben. Für die meisten kleinen Betriebe ist dann die gehostete Variante bei einem Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland der pragmatische Weg. So gehen Sie vor:
- Listen Sie auf, welche Programme und Daten heute auf Ihrem Server laufen.
- Prüfen Sie, wann Hardware und Betriebssystem erneuert werden müssen.
- Gehen Sie die Checkliste oben mit möglichen Anbietern durch.
okm betreibt ein eigenes Rechenzentrum in Deutschland, in dem Sie Server von okm mieten - mit Betrieb, Wartung und Updates zu planbaren monatlichen Gebühren. Ob das zu Ihrem Betrieb passt, besprechen wir gern mit Ihnen.
Häufige Fragen zur Private Cloud
Was ist eine Private Cloud einfach erklärt?
Eine Cloud-Umgebung, die nur Ihr Betrieb nutzt. Sie steht im eigenen Haus oder bei einem Dienstleister im Rechenzentrum, und Sie greifen über eine gesicherte Verbindung auf Programme und Daten zu.
Ist eine Private Cloud sicherer als eine Public Cloud?
Nicht automatisch. Die Sicherheit hängt von Betrieb, Updates, Datensicherung und Zugriffsschutz ab. Die Private Cloud bietet vor allem mehr Kontrolle darüber, wo Ihre Daten liegen und wer die Umgebung betreut.
Lohnt sich eine Private Cloud für ein kleines Unternehmen?
Meist in der gehosteten Form: Sie zahlen eine monatliche Gebühr statt eines Serverkaufs, und der Anbieter übernimmt die Pflege. Eine selbst betriebene Private Cloud lohnt sich in der Regel nur mit eigenem IT-Personal.
Darf eine Steuerkanzlei Mandantendaten in einer Cloud speichern?
Grundsätzlich ja, wenn die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind, etwa die Verschwiegenheitsverpflichtung des Dienstleisters nach § 62a StBerG und ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Im Einzelfall beraten Kammer oder Datenschutzbeauftragter.
Was ist der Unterschied zwischen Private Cloud und Hybrid Cloud?
Die Hybrid Cloud verbindet eine Private Cloud mit Diensten aus der Public Cloud, zum Beispiel Fachsoftware im Rechenzentrum und Videokonferenzen aus dem Netz.


