Rekord-Patchday: Microsoft schließt fast 1.000 Sicherheitslücken

Laptop mit Update-Pfeil und Schutzschild - Rekord-Patchday im September 2026

Am 8. September 2026 hat Microsoft an seinem monatlichen Patchday fast 1.000 Sicherheitslücken geschlossen - so viele wie nie zuvor. Zwei davon wurden bereits für Angriffe ausgenutzt, bevor das Update erschien. Für Unternehmen heißt das: Updates zügig einspielen, aber mit Plan.

Was ist passiert?

Jeden zweiten Dienstag im Monat veröffentlicht Microsoft gesammelt Sicherheitsupdates für Windows, Office und seine Serverprodukte. Im September fiel diese Lieferung außergewöhnlich groß aus: Fachmedien zählten je nach Zählweise zwischen 966 und 974 behobene Schwachstellen, mehr als 100 davon gelten als kritisch. Zum Vergleich: Im Juli waren es rund 570, im August rund 400.

Den Sprung erklären Fachberichte damit, dass Microsoft inzwischen ein KI-gestütztes System einsetzt, um gezielt nach Schwachstellen in den eigenen Produkten zu suchen. Das ist zunächst eine gute Nachricht: Lücken, die der Hersteller selbst findet und schließt, können Angreifer nicht mehr ausnutzen - vorausgesetzt, die Updates werden auch installiert.

Zwei Lücken wurden bereits ausgenutzt

Besonders dringend sind zwei sogenannte Zero-Day-Lücken, also Schwachstellen, die Angreifer schon vor dem Update kannten und nutzten. Beide betreffen Windows selbst, eine davon ausgerechnet die Update-Funktion. Über sie kann sich ein Angreifer, der bereits Zugang zu einem Rechner hat, weitreichende Systemrechte verschaffen. Aus einem einzelnen infizierten Arbeitsplatz wird so schnell ein Problem für das ganze Netzwerk.

Daneben schließt das Update mehrere kritische Lücken in Diensten, die viele Firmennetze im Hintergrund nutzen - etwa für die Namensauflösung im Netzwerk (DNS), die automatische Vergabe von Netzwerkadressen (DHCP) und den Remotedesktop. Diese Schwachstellen lassen sich laut den Fachberichten aus der Ferne und ohne Anmeldung ausnutzen. Server gehören deshalb ganz oben auf die Liste.

Auch die Arbeitsplätze sind betroffen

Der Großteil der Korrekturen betrifft Windows selbst, aber auch für Office kamen mehr als 100 Schwachstellen hinzu. Das ist für jeden Betrieb relevant, denn über Word- oder Excel-Dateien im E-Mail-Postfach gelangen Angriffe häufig auf den einzelnen Arbeitsplatz. Updates sollten deshalb nicht nur auf dem Server, sondern auf jedem PC und Notebook ankommen - auch auf dem Rechner, der seit Wochen nur im Homeoffice steht.

Nach dem Update: Störungen beim Remotedesktop

Ganz reibungslos lief das Update nicht. Wenige Tage später bestätigte Microsoft Probleme beim Remotedesktop: Verbindungen brachen nach einigen Minuten ab oder Anmeldungen scheiterten. Betroffen waren Berichten zufolge Windows Server ab Version 2012 sowie Windows 10 und Windows 11. Microsoft stellt für verwaltete Geräte eine Einstellung bereit, mit der sich die Störung umgehen lässt; eine endgültige Korrektur soll mit einem späteren Update folgen.

Das zeigt, warum es sich lohnt, Updates nicht blind, sondern kontrolliert zu verteilen - gerade dort, wo Mitarbeiter aus dem Homeoffice oder von unterwegs per Remotedesktop arbeiten.

Was bedeutet das für Sie?

  • Zuerst die Server: Datei- und E-Mail-Server, die zentrale Benutzerverwaltung und alles, was aus dem Internet erreichbar ist, sollten zuerst aktualisiert werden.
  • Vorher sichern: Eine aktuelle, geprüfte Datensicherung vor größeren Updates macht jede Panne beherrschbar.
  • Bekannte Probleme im Blick behalten: Die Hinweise des Herstellers lesen, bevor ein Update auf alle Rechner verteilt wird.
  • Erfolg kontrollieren: Prüfen Sie, ob die Updates auf allen Geräten tatsächlich installiert wurden. Ein Neustart, der immer wieder verschoben wird, lässt die Lücke offen.
  • Windows 10 nicht vergessen: Rechner mit Windows 10 erhalten diese Updates nur noch über das kostenpflichtige Programm „Extended Security Updates".

Das BSI zählt Schwachstellen in Programmen zu den Haupteinfallstoren für Cyber-Angriffe und empfiehlt, Sicherheitsupdates so rasch wie möglich einzuspielen. Wer dafür im Alltag keine Zeit hat, kann die Aufgabe abgeben: Bei den Managed Services von okm gehören Monitoring, Updates und regelmäßige Wartung zur laufenden Betreuung - und wenn es hakt, hilft der Service per Fernwartung oder vor Ort.

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